Burg Herzberg bei Breitenbach
|
Im Mittelalter führte eine der wichtigsten Heer- und Handelstraßen von Frankfurt am Main über Alsfeld nach Thüringen und Sachsen. Unweit von Ahlsfeld steigt aus der Ebene der große Basaltkegel des 508 Meter hohen Herzberges auf. Er gab der Burg, die dem Schutze der alten Straße diente, den Namen. Diese Straße hieß "Durch die kurzen Hessen" . Der Name weist auf die kürzeste Verbindung durch das Hessenland hin. Es war Wegezoll zu zahlen. Dem Burgherrn ging es gut! Auf der alten Handelsstraße soll auch Martin
Luther als junger Augustinermönch zum Reichstag nach Worms gezogen sein,
schreiben die Chronisten. Erbaut wurde die Burg Herzberg zwischen 1265 und 1298 von dem hessischen Marschall Heinrich von Romrod. Nach dem Aussterben des Geschlechtes von Romrod und dessen Nachfahren erhielt der mächtige hessische Hofmeister und kaiserliche Geheimrad Hans von Dörnberg auf Grund seiner Verdienste die Burg als Lehen. Er hat die Burg als Festungsanlage verstärkt und vergrößert. Sie ist seit 1477 ununterbrochen im Besitz der Familie
von Dörnberg. |
Als Johann Henrich Vogel als Hauß- und Küchenjäger für die Grafen von Dörnberg
tätig war, war Wilhelm Ludwig von Döringenberg, so schrieb er sich in einer
Urkunde 1692 , sein " Chef ".
In Kriegszeiten und auch in den Tagen von Johann Henrich Vogel befindet sich
landesherrliches Militär mit einem Kommandanten, einem Schreiber und Küchenmeister
auf der Festung. Zu seiner Zeit stand aber nur die Hochburg, im Bild der
hintere Bereich mit den fünf Türmen. Der vordere Teile wurde im 18. Jahrhundert
angebaut.
Im 30jährigen Krieg - 1618 bis 1648 - war die Burg auch Zuflucht für viele Bewohner
der Umgebung. Sie wurde mehrmals lange belagert, sei es von Truppen der
Generäle Fugger und Tilly oder von Soldaten des Generals Graf Isolani. Keinem
der Gegner, die branntschatzend durch das Hessenland zogen, gelang es, die
wuchtigen Mauern zu erstürmen. Auch Aushungern half nichts.
Heute wird die Burg Herzberg als "Freiherr von Dörnberg´sche
Stiftung" geführt, mit Burgschänke und zur Besichtigung freigegeben. Ein
Besuch lohnt sich!
Johann Henrich werden Sie dort nicht mehr antreffen. Aber die Linde vor der Burg, die zu seiner Zeit gepflanzt wurde!
Siehe auch Burgbild zu Johann Henrich Vogel